Eine Ausstellung und ein Preis

Aktualisiert: Juni 30

Christoph Reichenau, 6. Mai 2021, Journal B

https://www.journal-b.ch/de/082013/kultur/3906/Eine-Ausstellung-und-ein-Preis.htm


Das Schulmuseum Bern in Köniz kennen nur Wenige, obwohl es sich einem Lebensabschnitt widmet, der alle irgendwie prägt. Das Museum bricht mit einer neuen Strategie auf, vergibt einen Preis, zeigt eine neue Ausstellung und öffnet seine Sammlung.


Es ist klein, nicht leicht zu finden und sein grösster Schatz liegt unter der Erde. Doch es versammelt und erweckt Dinge zum Leben, die uns allen einst viel bedeutet haben im Guten wie im Schlimmen: das Schulmuseum Bern. Zwei Räume eines alten Hauses im Schlosshof von Köniz, ein nahegelegenes unterirdisches Depot für die Sammlung von 80‘000 Objekten. Mehr braucht es nicht, um für die Alten die Schule unserer Jugend auferstehen zu lassen, die Kreide, die Wandtafel, den ausgestopften Eichelhäher, das Harmonium, das Wandbild mit all den Details, die Landkarte auf dem Ständer.

Für Junge ist das eine unbekannte Welt. Dies zeigt den ständigen und tiefgreifenden Wandel dieser gesellschaftlichen Institution, die heute mit gestern und morgen verbindet, Kontinuität gewährleistet und Offenheit in die Zukunft anstrebt. Eigentlich beschämend, dass die einzige Einrichtung, die alle ein paar prägende Jahre lang besuchen müssen, denn Schulpflicht ist Schulzwang, in der üppigen Museumslandschaft von Stadt und Kanton und Nation bloss so karg und schmal platziert ist.

Weichenstellung